Erinnerungsgegenstände.

Abstract

Objekte spielen im menschlichen Lebenslauf oft eine wichtige Rolle. Beim lebensgeschichtlichen Erzählen bieten sie die banale Möglichkeit einer Chronologie, etwa entlang der Wohnungseinrichtungen oder der Autos, die man besessen hat. Dinge dienen beim Erzählen auch zum Belegen der dargestellten Inhalte, und das Fragen des Volkskundlers nach den Gegenständen des Erinnerns bringt oft ganz spezifische Erinnerungsgeschichten hervor. Nach der Spezifik solcher Erzählungen wird in diesem Beitrag gefragt. Die Welt der Dinge ist in unserer Gegenwart derart unbegrenzt, daß sie rein quantitative nicht mehr museal dokumentiert werden kann. Selbst das Sammeln von rezenten Erinnerungsgegenständen stellt große Probleme, da nicht nur Objekte der klassischen Passageriten (etwa das Ausscheiden aus dem Arbeitsleben) mit Erinnerungsgegenständen besetzt ist und diese Objekte oft nicht auf den ersten Blick als solche 'Rites-de-passage - Objekte' zu erkennen sind. Mit biographischen Interviews ist besonders etwas über jene nicht sogleich zu erkennenden Objektwelten des Erinnerns zu erfahren. Es wird geschildert, wie Objekte des Erinnerns zur Ritualisierung von Erinnerns-, Vergessens-, von Erzähl- und Verhaltensweisen benutzt werden und mit den Objekten (resp. ihrer Funktion) Sichtweisen auf die Familiengeschichte und die große Geschichte zwischen den Generationen tradiert werden.

How to Cite

Kuntz, A., (1989) “Erinnerungsgegenstände.”, Ethnologia Europaea 20(1), p.61-80. doi: https://doi.org/10.16995/ee.1319

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Andreas Kuntz (Universität Hamburg)

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