Weihnachten im Dritten Reich.

Abstract

Im Dritten Reich wurde versucht, alle großen Feste im Jahres- und Lebenslauf für den Nationalsozialismus zu vereinnahmen. An den dazu notwendigen Umdeutungen der lnhalte und Neuschöpfungen von Bräuchen waren Volkskundler in erheblichem Maß beteiligt. Wie das Beispiel der Veränderungen beim Weihnachtsfest zeigt, verwendeten sie dabei die Forschungsergebnisse ihres Faches höchst selektiv, stellten fragwürdige Thesen in einer apodiktischen Sprache und ohne Quellenangaben als Wahrheiten dar und nutzten sehr bewust ihre Einflußmöglichkeiten als »Experten« in auflagestarken Medien. Besonders die Volkskundler um das »Amt Rosenberg« führten außerdem eine Reihe neuer Weihnachtsbräuche für die Familie ein. Bei deren Gestaltung benützten sie ihre Kenntnisse von Feieraufbau und -wirkung, um bestimmte Emotionen auszulösen und Werte zu vermitteln. Ihre Formen des »Heldengedenkens« für die Weihnachten im Krieg, in denen der Opfertod verherrlicht wurde, arbeiteten einem menschenverachtenten System bei der Legitimierung seiner Politik zu.

How to Cite

Gajek, E., (1989) “Weihnachten im Dritten Reich.”, Ethnologia Europaea 20(1), p.121-140. doi: https://doi.org/10.16995/ee.1323

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Esther Gajek (Universität München)

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