Die Wallfahrt - Ausdruck religiöser Volkskultur.

Abstract

Die Wallfahrt, Ausdruck religiösen Lebens und zumeist gemeinschaftlich vollzogen, bestimmte seit dem Spätmittelalter in unterschiedlicher Weise Politik, Wirtschaft und Kultur in Ländern der europäischen Christenheit. Neben den weiterbestehenden großen Pilgerfahrten nach Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela erhielten im Verlauf des Spätmittelalters auch regionale Kultorte verschiedener Provenienz erhöhte religiöse Bedeutung. Sie führte Wallfahrer an den »Gnadenort«. Seit dem Spätmittelalter formierten sich diese zu geordneten Wallfahrtszügen. Wallfahren wurde im Zeitalter der Glaubensspaltung zum unterscheidenden Kennzeichen konfessioneller kath. Volkskultur gegenüber evangelischen Territorien. Erst das 19. und 20. Jahrhunders kennt neben den weiter bestehenden traditionellen Wallfahrtszügen in spätmittelalterlich-barocker Gestalt einen neuen Typ von Wallfahrt - die Großwallfahrt an internationale Marienerscheinungsorte (z.B. Lourdes, Fatima). Gerade die volkstümliche Wallfahrt des Spätmittelalters bis zum Ausgang des Barockzeitalters und in deren Tradition bis heute begleiten auf dem in der Regel gemeinschaftlich durchgeführten Zug vom Heimat- zum Gnadenort und wieder zurück bestimmte Realien. Dazu zählen das Kultobjekt (Gnadenbild) am »heiligen Ort« als Ziel der Wallfahrt, Votivgaben, Devotionalien, dann Bildstöcke am Weg, Fahnen, Wallfahrtsschilder u.ä.m. Diese Objektivationen werden in das religiöse Tun unterwegs und am Gnadenort einbezogen und bilden lnhalt und Instrument, Requisiten and Accessoires primärer und sekundärer Brauchhandlungen. Religiöse und profane Verhaltensformen sind nach Motivation, Innovationsformen und Abläufen noch kaum empirisch erforscht.

How to Cite

Guth, K., (1985) “Die Wallfahrt - Ausdruck religiöser Volkskultur.”, Ethnologia Europaea 16(1), p.59-82. doi: https://doi.org/10.16995/ee.1406

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Klaus Guth (Universität Bamberg)

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