Popular Culture. Konstrukt, Interpretament, Realität.

Abstract

In der deutschsprachigen Forschung sind die älteren Begriffe “Volkswelt” und “Volksleben” zum Problem geworden. “Popular culture” scheint nur ein neues Wort für ein fragwürdig gewordenes theoretisches Konzept. Aufgrund der in den letzten Jahrzehnten systematischer als zuvor erarbeiteten historischen Quellen muß aus mitteleuropaischer Sicht die Vorstellung Muchembleds, daß es in vergangenen Zeiten eine ausgesprochene Gegenkultur des Volkes gegeben habe, skeptisch beurteilt werden. Sein französischer Blickpunkt faßt die Folgen des absolutistischen Nationalstaates ins Auge und kann daher höchstens Erklärungshilfe für Frankreich bieten. Aber auch Burkes differenziertere Thesen helfen in Mitteleuropa nicht viel für den jeweiligen regionalen Befund. Wir bedürfen hier der Theorien mittlerer Reichweite zur Erkenntnis von kulturellen Realtypen in Raum und Zeit und wir können wenig anfangen mit der Konstruktion von Idealstrukturen über Epochen und Regionen hlnweg. Sie verführen zu falschen Generalisierungen. Für die Volkskunde bleibt es darum weiterhin wichtig, vor allem den allgemeinen zivilisatorischen Umbruch der Moderne genauer zu beobachten, wo uns parallel dazu im 18. und frühen 19. Jahrhundert erst jene Phänomene ausgeprägt und historisch genauer greifbar begegnen, die wir mit gutem Recht in einem engeren Sinne “popular culture” nennen dürfen. Hierzu sind die Parallelen überall in Alteuropa unübersehbar, auch wenn es zeitliche Verschiebungen gibt.

How to Cite

Brückner, W., (1983) “Popular Culture. Konstrukt, Interpretament, Realität.”, Ethnologia Europaea 14(1), p.14-24. doi: https://doi.org/10.16995/ee.1425

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Wolfgang Brückner (Universität Würzburg)

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