Ungarndeutsche in Geretsried

Abstract

Nach dem 2. Weltkrieg, zwischen 1945 und 48 ereilte mehr als 200 000 Ungarndeutsche das Schicksal der Zwangsumsiedlung. Auf Pusztavám in Transdanubien, dessen Einwohner fast zu 100% deutschstämmig waren, wartete die gleiche Erfahrung. Die aus Pusztavám herausgekommenen Ungarndeutschen und ihre Nachkommen wohnen grösstenteils in Geretsried in Bayern. Hier in Geretsried führten wir 1992 eine Feldforschung aus. Um auf diesem Gebiet gesammelte Erfahrungen auch auf die Erforschung des Lebens der in Bayern verstreuten Ungarndeutschen auszudehnen, versandten wir bayernweit 300 Fragebögen. Unser Ziel war es, die Akkulturation der Geretsrieder Ungarndeutschen aufzuzeichnen und das in Bayern gesammelte Material mit den Geretsrieder Erfahrungen zu vergleichen. Die wesentliche Frage in unserer Untersuchung bestand also darin, inwiefern in welchen Teilen und durch welche Einflüsse sich die wahrend des 300-jahrigen deutschungarischen Zusammenlebens sich herausgebildete ungarndeutsche Identität und Lebensweise nach der Übersiedlung in die neue Umgebung, geändert hat. Mit der neuen lebensweise veränderten sich ihre Beziehungsstruktur, Materialkultur, Identität, sie nahmen neuen Sitten von den anderen ausgesiedelten Deutschen und den Bayern an. Die Bewahrung der Tradition ist bei den in Geretsried zusammenlebenden Puzstavámer wesentlich stärker als bei den in Bayern verstreuten anderen Ungarndeutschen.

How to Cite

Balogh, B., (1994) “Ungarndeutsche in Geretsried”, Ethnologia Europaea 24(1), p.59-66. doi: https://doi.org/10.16995/ee.1824

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Balázs Balogh (Hungarian Academy of Sciences)

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